Feinstaub sind kleinste Staubkörnchen von weniger als 10 Mikrometern, die durch Verbrennungs- und Abriebvorgänge entstehen. Sie sind stark gesundheitsschädigend. Feinstaub kann über die Atemwege in die Lungen der Menschen und von dort über das Blut direkt in andere Körperorgane vordringen.
Die Hälfte der jährlichen Feinstaubbelastung wird als sogenannte Luftverfrachtung aus den Nachbarländern importiert. Nur gerade 6,5 % der Gesamtbelastung verursachen die Auspuffe im Strassenverkehr; der weitaus überwiegende Teil stammt aus Industrie und Gewerbe sowie aus Land- und Forstwirtschaft.
Blick nach Bern
Anfang 2006 erarbeitete Bundesrat Moritz Leuenberger den Aktionsplan gegen den Feinstaub. Die Massnahmen reichen von Ermässigungen bei der Schwerverkehrsabgabe für Fahrzeuge mit Partikelfilter über die Filterpflicht für militärische Fahrzeuge bis hin zur Verschärfung der Grenzwerte für automatische Holzfeuerungen. Auch auf europäischer und kantonaler Ebene sind die Gesetzgeber aktiv. Vieles läuft unkoordiniert und ist auf psychologische Wirkung angelegt, z.B. das von einigen kantonalen Umweltdirektoren verordnete „Feinstaub-Tempo 80“ auf Autobahnen und Autostrassen – gesetzgeberischer Aktivismus, welcher erwiesenermassen nichts brachte.
Meinung von CLEVER UNTERWEGS
Viele Leute glauben, dass in früheren Jahren die Luft sauberer war. Sie irren: Die Belastung der Luft mit Schadstoffen war in den 80er-Jahren um ein Mehrfaches höher als heute. Die Wende zum Besseren ist nicht nur das Verdienst verschärfter gesetzlicher Vorschriften, sondern auch technischer Fortschritte der Automobilindustrie wie Partikelfilter und generell energieeffizienterer Motoren. Neue gesetzliche Vorgaben müssen das Ganze im Auge haben und nicht einseitig den Individualverkehr bestrafen.