Umweltzonen, oder auch Low Emission Zones (LEZ) genannt, sind Zonen, in denen nur besonders emissions- und schadstoffarme Fahrzeuge zugelassen werden. Solche Fahrzeuge müssen mit einer sogenannten Umweltplakette ausgestattet werden. Aber auch der öffentliche Verkehr innerhalb dieser Zonen muss ökologisch sein. Es gibt unterschiedliche Varianten von Umweltzonen, die alle zum Ziel haben, die Luftqualität zu verbessern – hauptsächlich die Reduktion des Feinstaubs – und die Lärmbelastung zu reduzieren.
Europaweit haben über 70 Städte in acht Ländern Umweltzonen (Low Emission Zones) eingeführt oder sind an deren Vorbereitung. Bei den eingezonten Gebieten handelt es sich meist um stark belastete Stadtzentren. Es existieren aber auch Beschränkungen auf Autobahnen (Österreich, Italien) oder zeitliche Limitierungen.
Blick nach Bern
Auf Wunsch einzelner Kantone hat der Bund die Bereitstellung von schweizweit einheitlichen Kriterien sowie die Anpassung der notwendigen Rechtsgrundlagen für die Einrichtung von Umweltzonen geprüft. Das Projekt wurde jedoch in der Anhörungsphase sehr stark kritisiert. Vor allem die Kantone, die für die Umsetzung solcher Umweltzonen verantwortlich gewesen wären, sahen ein zu grosses Missverhältnis zwischen Aufwand und Wirksamkeit. Das Bundesamt für Umwelt, Verkehr und Kommunikation (UVEK) verzichtet daher auf eine Weiterführung des Projekts.
Meinung von CLEVER UNTERWEGS
Fahrverbote für private Fahrzeuge sind ein starker Eingriff in die individuelle Mobilität der Schweizerinnen und Schweizer. Zudem trägt der private Strassenverkehr nur einen sehr kleinen Anteil am gesamten Feinstaubausstoss bei. Und mit der Luftqualität steht es nicht gar so schlimm, wie viele meinen. Diese hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Gegen gute Luft in den Städten hat primär niemand etwas einzuwenden. Gegen „falschen“ Aktivismus jedoch schon. Mit Umweltzonen würde man wie früher eine Mauer um die Stadt bauen und nur noch die Reichen einlassen. Wollen wir zurück ins Mittelalter?