Mit dem Emissionshandel werden nicht Umweltsünder bestraft, sondern der Staat belohnt ökologisches Verhalten. Als erstes definiert der Staat eine CO2-Obergrenze, d.h., er legt fest, wie viele Tonnen CO2 pro Jahr ausgestossen werden dürfen. Diese Menge wird dann in handelbare Einheiten zerlegt und auf die einzelnen Verursacher – also die Betriebe – verteilt. Ein Zertifikat berechtigt zum Ausstoss von einer Tonne CO2.
Produziert ein Betrieb mehr CO2 als erlaubt, muss er zusätzliche Emissionsrechte erwerben. Andere Unternehmen wiederum, die klimafreundlicher produzieren und deshalb nicht alle Emissionsberechtigungen brauchen, können diese verkaufen und so Gewinne erzielen.
Da weniger Zertifikate verteilt als effektiv benötigt werden, entsteht ein Handel. Emissionsrechte werden entweder direkt zwischen Investoren und Unternehmen oder an Klimabörsen wie z.B. der ECX in London oder der Strombörse EEX in Leipzig gehandelt.
Das Prinzip des Emissionshandels funktioniert nicht nur zwischen den Betrieben eines Landes und dem Staat, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus. Der Staat oder eine einzelne Firma kann Emissionszertifikate im Ausland einkaufen. So werden Umweltprojekte in Schwellen- und Entwicklungsländern finanziert.
Blick nach Bern
Die Schweiz plant, sich dem EU-Emissionshandelssystem anzuschliessen. Die Verhandlungen dazu haben gerade erst angefangen.
Meinung von CLEVER UNTERWEGS
CLEVER UNTERWEGS ist der Ansicht, dass die Schweiz das Prinzip des
CO2-Emissionshandels nicht in dieser Form benötigt. Wir haben bereits einen sehr gut eingeführten und äusserst erfolgreichen Klimarappen. Die Stiftung Klimarappen hat sich gegenüber dem Bund verpflichtet, bis 2012 den CO2-Ausstoss um 12 Millionen Tonnen zu reduzieren. Und das wird sie auch erreichen. Pro importierten Liter Treibstoff wird eine Abgabe von 1,5 Rappen erhoben, welche dann für CO2-reduzierende Projekte im In- und Ausland investiert wird.
Warum neue und administrativ sehr aufwendige und komplizierte Systeme einführen, wenn bereits gute und sehr erfolgreiche vorliegen?