Erstmals beteiligte sich die Niederlassung Mittelland der Camion Transport AG (CT) in Burgdorf an der Ferienpassaktion. 30 Mädchen und Buben wurde ein unvergesslicher Tag an der Seite eines Chauffeurs geboten.
Unerwartet gross war der Andrang der Burgdorfer Schülerinnen und Schüler, die sich wünschten, anstatt an der Emme zu baden, mit einem Lastwagen auf Achse zu gehen. Die Aktion der CT war ein voller Erfolg. Der Leiter Transport Franco Digirolamo: «Wir hatten so viele Anmeldungen, dass wir die 30 Kinder aus der Anmeldeliste auslosen mussten.»
Morgens um 7 Uhr herrscht in der Halle der CT längst ein emsiges Treiben. Die Chauffeure verladen die im Nachtsprung per Zug eingetroffenen Güter auf ihre Lastwagen. Im Betriebsbüro melden sich drei Mütter, die ihre Söhne Jesse Anderegg, Michael Jörg und David Salzmann für die Erlebnistour hergebracht haben. Franco Digirolamo begrüsst die Herrschaften, verteilt jedem Buben ein Sandwich, ein Getränk und einen Schreibblock mit Fragebogen. Er verspricht: «Bald werdet ihr die Strasse aus einem ganz anderen Blickwinkel sehen und hautnah erleben, warum der Lastwagen in der Schweiz unverzichtbar ist.»
Wir begleiten den neunjährigen David Salzmann auf seiner Abenteuerreise. Ein paar Minuten später macht Franco Digirolamo den aufgeweckten David mit seinem Chauffeur Miguel Freitas bekannt. Ein kurzer Abschied von der Mutter und das Team Miguel und David macht sich an die Arbeit. Miguel gibt das Zeichen zur Abfahrt. Wie ein Profi klettert David in die Kabine, gurtet sich an und strahlt. «Ich freue mich riesig», schmunzelt er. In Lyssach lenkt Miguel – selbst Vater von drei schulpflichtigen Kindern – den Camion auf die Autobahn und fährt bei schönstem Wetter via Biel nach Le Landeron.
Erster Halt ist der Laden des grossen Campingplatzes bei der Einmündung des Zihlkanals in den Bielersee. David darf die Fernbedienung für die Hebebühne bedienen und hat blitzschnell kapiert welchen Knopf er zu drücken hat. Eine Palette mit Getränken und andern Bedarfsartikeln wird abgeladen und mit dem Handgabelhubwagen (HAGAHUWA) ins Ladenlokal gebracht, wo die Betreiber bereits auf die Waren warten. David packt kräftig mit an, er hat verstanden, dass Lastwagenchauffeur ein vielseitiger Beruf ist. Während Miguel noch den Papierkram erledigt, verrät David, dass er an jedem Ferientag etwas anderes macht. «Gestern war ich bei McDonald aushelfen und morgen besuche ich einen Kurs, bei dem ich ein T-Shirt selbst bemalen kann», verkündet er stolz. Weiter geht es zum nächsten Kunden nur ein paar Kilometer weiter.
Knapp 12 Stunden später fährt Miguel wieder in Burgdorf auf das Areal. Müde aber glücklich steigt David aus. «Am besten gefallen hat mir die Pizza, die es am Mittag gegeben hat, denn ich war hungrig». Was war die grösste Herausforderung an diesem Tag? «Die Bedienung der Hebebühne», lautet die Antwort prompt. Noch in der Kabine komplettiert David seinen Fragebogen und verabschiedet sich – beschäftigt mit den vielen neuen Impressionen, die er gesammelt hat. «Jetzt weiss ich, wie es möglich ist, dass die Waren des täglichen Bedarfs jeden Tag frisch in den Regalen der Läden stehen», sagt er abschliessend.
Dass es in den zwei Wochen mit keinem der 30 Kinder auch nur das geringste Problem gab, spricht für sich. Franco Digirolamo ist jedoch sicher, dass die Kinder einen nachhaltigen Eindruck vom Beruf des Lastwagenchauffeurs mit nach Hause genommen haben. Grösseres Verständnis für die Lastwagen und die Verantwortung der Berufsfahrer dürften positive Folge sein.
Wir erhalten eine E-Mail mit Ihrem Kommentar. Kommentare werden angezeigt nachdem sie vom Administrator geprüft sind.