Weltpremiere: Volvo-Hybrid-Bus im Norden von Bern
Veröffentlicht am | LKWs & Co., Technik

Grosser Tag beim Postauto-Unternehmer Dominik Steiner in Ortschwaben. Als erster Kunde durfte er im April 2010 einen Volvo 7700 Hybrid in Empfang nehmen. Das in den bekannten Postautofarben lackierte Fahrzeug soll Aufschlüsse über die Eignung und Treibstoffeinsparungen in einer hügeligen Agglomeration bringen.

Das Hybrid-Stystem von Volvo kann im Prinzip mit jenem von Porsche für das Modell Cayenne oder dem Vollhybrid des Toyota Prius verglichen werden. Ein 5 Liter grosser Vierzylinder-Turbodiesel mit 210 PS dient als primäre Antriebsquelle. Er ist fast nur halb so gross, wie der Motor, der normalerweise in einem Linienbus der Reihe 7700 (6-Zylinder, 9 Liter Hubraum) arbeitet. Zwischen Kupplung und Getriebe sitzt der Elektromotor/Generator mit einer Leistung von 160 PS. Beide Motoren liefern ein maximales Drehmoment von 800 Newtonmetern, allerdings stehen diese beim Elektromotor bereits ab Drehzahl 1 zur Verfügung.

Der 36-plätzige Linienbus fährt lautlos im Elektromodus an. Erst bei Tempo 20 schaltet sich das Dieselaggregat dazu. Das ist an den Haltestellen besonders umweltfreundlich und praktisch lautlos. In der hügeligen Landschaft nördlich von Bern sind unterschiedliche Strassenabschnitte zu bewältigen. Auf ebenen Abschnitten erreicht das Postauto ohne weiteres 80 km/h, in Steigungen geben beide Motoren alles und im Gefälle lädt sich die Lithium-Ionen-Batterie rasch wieder auf. Bis zu dreissig Prozent Treibstoffeinsparung sollen möglich sein, wenn die Berechnungen der Volvo-Ingenieure stimmen. Werner Blatter, Geschäftsleitungsmitglied von Postauto Schweiz, stellt klar: «Dass diese Werte im Stadtverkehr möglich sind, ist bereits belegt. Aber die Erfahrungen im Überland-Liniendienst muss dieser Bus zuerst bestätigen, darum werden präzise Erhebungen in den nächsten Monaten klare Zahlen liefern.»

Nachzutragen bliebe noch, dass der Volvo 7700 Hybrid knapp 600’000 Franken kostet, also etwas mehr als die herkömmlich Version. Steigen aber die Treibstoffpreise weiter, sollte zusammen mit dem massiven Minderverbrauch bis in sieben Jahren eine Amortisation trotzdem möglich sein. Gemäss Robert Stoepman, Volvo Bus Manager Schweiz startet die Serienproduktion des Volvo 7700 Hybrid etwa in zwei Monaten. Fallen die Einsparungen wie vorgesehen aus, dürften noch weitere 19 Fahrzeuge dieser Baureihe bis Ende Jahr im Liniendienst auf Schweizer Strassen zirkulieren.

www.volvobus.ch

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