Dem Umweltschutz zuliebe: Duales Transportsystem
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1_CT_Burgdorf_Interview_Jaeger_rDie in Wil (SG) ansässige Camion Transport AG (kurz CT genannt) ist ein Familienunternehmen mit rund 1000 Mitarbeitern. Dieses wird von Direktor Josef A. Jäger geleitet. CLEVER UNTERWEGS hat mit ihm frühmorgens in Burgdorf gesprochen.

CLEVER UNTERWEGS: Ihr Unternehmen wird bald 85 Jahre alt, da hat sich in der Zwischenzeit bestimmt viel verändert?

Josef A. Jäger: Ja sicher, damals wurde ein Lagerhaus gegründet, und regionale Transporte wurden mit Lastwagen ausgeführt. Die erste «internationale» Verbindung wurde mit dem Rheinhafen in Basel gepflegt.

CLEVER UNTERWEGS: Heute ist Ihr Unternehmen in der ganzen Schweiz verankert, wie kam das?

Josef A. Jäger: In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts nahm die Mobilität sprunghaft zu und ein dichtes Strassennetz ermöglichte Transporte in der ganzen Schweiz. Der Bau von Autobahnen liess die Distanzen schneller überwinden. Doch bereits 1982 hatte die Verkehrsdichte so stark zugenommen, dass die CT den Entschluss fasste, dort wo es sinnvoll erschien, die Bahn in das Transportkonzept einzubeziehen.

CLEVER UNTERWEGS: Das macht aber nur Sinn, wenn das Geschäft auf die ganze Schweiz ausgedehnt wurde?

2_CT_Burgdorf_RampeJosef A. Jäger: Genau das war unser Plan. Durch verschiedene Zukäufe und Übernahmen wuchs unsere Camion Transport AG und so kamen nach und nach die heutigen 13 Standorte von Basel bis Cadenazzo im Tessin und von Wil bis Genf zusammen. Das kürzlich erweiterte Logistikzentrum in Burgdorf versorgt ein Grossteil des Mittellandes bis ins Welschland (FR, JU und NE) sowie das Berner Oberland mit den uns anvertrauten Waren.

CLEVER UNTERWEGS: Was bringt der Nachtsprung mit der Bahn in Bezug auf den Umweltschutz?

Josef A. Jäger: Auf der einen Seite können durch dieses Duale System, bei dem zwei Drittel aller Sendungen im Hauptlauf mit der Bahn transportiert werden, rund 160 Lastwagenfahrten täglich eingespart werden. Was aber noch mehr zählt, sind die dadurch nur in weit geringerem Mass anfallenden CO2-Emissionen. Bei den rund 270’000 Tonnen, die jährlich von CT mit SBB Cargo im Nachtsprung befördert wurden, können so über 3,3 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) vermieden und fast eine Million Liter Dieselöl eingespart werden.

CLEVER UNTERWEGS: Sie versprechen ihren Kunden, dass das Stückgut innerhalb 24 Stunden an jedem Punkt der Schweiz abgeliefert wird. Haben Sie einen 24-Stunden-Betrieb?

4_CT_Burgdorf_Bahn_AbladJosef A. Jäger: Das kann in Bezug auf die Sendungen so gesagt werden. Unsere rund eintausend Mitarbeiter – davon 85 in Burgdorf – haben trotzdem fast alle regelmässige Arbeitszeiten. Unsere Betriebe ruhen, während die SBB die Waren näher zu den Kunden bringt.

CLEVER UNTERWEGS: Wie viele Sendungen wickelt die CT jeden Tag ab?

Josef A. Jäger: Das ist natürlich nicht immer gleich, aber im Durchschnitt sammeln wir mit unseren 500 Fahrzeugen 7500 Sendungen pro Tag ein und liefern sie anderntags wieder aus. Dazu besitzen wir gut 111’500 Quadratmeter Lagerfläche im ganzen Land, so dass wir auf Kundenwunsch Güter einlagern können. Natürlich werden auch diese Lager mit modernsten Mitteln bewirtschaftet.

CLEVER UNTERWEGS: Wie schaffen Sie es, rascher zu liefern, wenn die Kunden auf die Sendung warten?

Josef A. Jäger: Das bereits in der zweiten Generation stehende Logistikprogramm LogCom ist dafür das Herzstück. So können wir die Waren durch das Track&Trace-Verfahren jederzeit orten und dem Empfänger die Ankunftszeit zusagen. Durch die Zusammenarbeit mit dem Nacht-Transportsystem «Quali-Night» haben wir zudem die Möglichkeit, dringende Lieferungen zu beschleunigen und alle Waren, die vor dem Feierabend anfallen bis am anderen Morgen um 7 Uhr auszuliefern.

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