Stichproben für die Sicherheit – Teil I
Veröffentlicht am | LKWs & Co.

Am 1. Oktober 2009 hat das neue Schwerverkehrs Zentrum (SVZ) Ripshausen bei Erstfeld (UR) seinen regulären Betrieb aufgenommen. CLEVER UNTERWEGS besuchte dessen Leiter Richard Arnold und fragte nach den Aufgaben dieser Einrichtung.


CLEVER UNTERWEGS: Seit einiger Zeit muss jeder Lastenzug, der zwischen der Deutschschweiz und dem Tessin auf der Gotthardachse unterwegs ist, einen kleinen Umweg fahren. Warum?

Richard Arnold: Das ist richtig, aber auch wichtig. Das unmittelbar an der A2 gelegene SVZ löst eine Schlaufe aus, die insgesamt rund einen Kilometer lang ist. Jedes schwere Nutzfahrzeug muss hier durch.

CLEVER UNTERWEGS: Was sind die grundsätzlichen Überlegungen, die hinter dem SVZ stehen?

Richard Arnold: Das Bundesamt für Strassen (ASTRA), das alle Autobahnen in der Schweiz bewirtschaftet, hat den Auftrag dafür gegeben. Ziel ist es die Sicherheit unterwegs durch Stichproben auf ein neues Niveau anzuheben. Der Kantonspolizei Uri wurde diese Aufgabe zugeteilt.

CLEVER UNTERWEGS: Wie geht eine solche Sicherheitskontrolle vor sich?

Richard Arnold: Jeder südwärts – und teilweise auch nordwärts – fahrende Lastwagen wird mit Verkehrsschildern in Erstfeld von der Autobahn geleitet. Auf dem Weg durch das Zentrum wird zuerst eine Höhenkontrolle vorgenommen, dann wird das Fahrzeug stichprobenweise gewogen. Werden dabei keine «Übertretungen» festgestellt, führt der Weg in der Regel direkt in die Fahrspuren zur Weiterfahrt.

CLEVER UNTERWEGS: Angenommen, ein Lastenzug ist schwerer als erlaubt. Was passiert mit ihm?

Richard Arnold: Am Ende der Einfahrtsachse entscheidet der Diensthabende, ob der Lastwagen zur Detailkontrolle muss und zeigt dies dem Chauffeur durch die Ampeln an. In der Kontrollstation (es haben gleichzeitig drei Fahrzeuge Platz) muss der Chauffeur auf die Präzisionswaage fahren und gleichzeitig wird das Fahrzeug in Höhe, Breite und Länge elektronisch vermessen. Gleichzeitig werden bei in der Schweiz zugelassenen Fahrzeugen die Daten aus der LSVA (Leistungsabhängige Schwerverkehrs Abgabe) heruntergeladen. Bei ausländischen Fahrzeugen prüft der Polizist die Wagenpapiere. So oder so bespricht er mit dem Fahrer die beanstandeten Punkte und macht einen Rundgang um das Fahrzeug. Dabei achtet er auf den Zustand der Reifen und nimmt den Gesamtzustand wahr.

Am 11. November 2009 werden eine 2. Staffel Antworten von Richard Arnold und zusätzliche Bilder aufgeschaltet.

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